Unsere Geschichte

Unsere Geschichte

Fünf Jahrzehnte österreichisch-vietnamesische Freundschaft

Die Gesellschaft Österreich Vietnam – heute international als Austrian Vietnamese Association (AVA) bekannt – entstand im Herbst 1975, kurz nach dem Ende des Vietnamkriegs. Austrian Vietnamese Association (AVA) – emerged in the autumn of 1975, shortly after the end of the Vietnam War.

In fünf Jahrzehnten entwickelte sich die Gesellschaft von einer überparteilichen Solidaritätsbewegung und Initiative für den humanitären Wiederaufbau zu einer bilateralen Plattform für Dialog, Kultur, Wissenschaft, Bildung und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Österreich und der Sozialistischen Republik Vietnam.

1975–1976 Die Anfänge

Gegründet im Geist von Solidarität und Frieden

Im Oktober 1975 konstituierte sich die Gesellschaft Österreich Vietnam im Albert Schweitzer Haus in Wien. Die formelle Eintragung nach österreichischem Vereinsrecht erfolgte Anfang 1976.

Die Gesellschaft ging aus der österreichischen Solidaritäts- und Friedensbewegung hervor und vereinte ein ungewöhnlich breites Spektrum der Zivilgesellschaft. Studierende, kirchliche Hilfsorganisationen und Vertreter:innen unterschiedlicher politischer Traditionen engagierten sich gemeinsam für Vietnam und den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg.

Zu den beteiligten Organisationen gehörten der Österreichische Friedensrat, Caritas, Volkshilfe, VSStÖ, die Sozialistischen Freiheitskämpfer, die Kommunistische Partei Österreichs sowie der Bund Demokratischer Frauen.

Das Gründungspräsidium

  • Prim. DDr. Georg Fuchs - Radiologe und Widerstandskämpfer
  • Prof. Josef Hindels - Gewerkschafter, Pädagoge und Widerstandskämpfer
  • Univ.-Doz. DDr. Johannes Dantine - evangelischer Theologe und später leitender Kirchenvertreter

Eine der prägenden Persönlichkeiten der frühen Jahre war Georges Wächter, auch bekannt als „Hồ Chí Thọ“. Er hatte zehn Jahre in Vietnam verbracht, dort an der Seite der Unabhängigkeitsbewegung gearbeitet und stand Ho Chi Minh nahe. Georges Wächter, also known as “Hồ Chí Thọ”, who had spent ten years in Vietnam working alongside the independence movement and was closely associated with Ho Chi Minh.

The Association’s first premises were provided by Southeast Asia merchant Franz Richter Die ersten Räumlichkeiten der Gesellschaft stellte der Südostasien-Kaufmann Franz Richter im dritten Wiener Gemeindebezirk zur Verfügung. Die ersten Sekretäre Albert Hirsch und Annie Friedler bauten die organisatorischen Strukturen der jungen Gesellschaft auf. Albert Hirsch and Annie Friedler, established the organisational structures of the new Association.

1980s–1990s SOLIDARITÄT IN DER PRAXIS

Humanitäre Hilfe und Wiederaufbau

In den 1980er- und 1990er-Jahren konzentrierte sich die Arbeit der Gesellschaft stark auf die Folgen des Krieges und den humanitären Wiederaufbau. Medizinische Hilfe, die Unterstützung von Waisenkindern sowie Initiativen für Menschen, die von chemischen Entlaubungsmitteln – insbesondere Agent Orange – betroffen waren, wurden zu zentralen Tätigkeitsfeldern.

Eine besonders wichtige Partnerschaft entwickelte sich mit terre des hommesUnter maßgeblicher Mitwirkung des langjährigen GÖV-Vizepräsidenten Milo Rotenkonnten zahlreiche Schulen, Kindergärten und soziale Projekte verwirklicht werden, insbesondere in der Mekong-Delta-Provinz Bến Tre.

In diesen Jahren wurde die Gesellschaft auch fest in der österreichischen Zivilgesellschaft verankert. Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Journalismus, Kultur und kirchlichen Organisationen wirkten an ihrer Arbeit mit und stärkten ihr öffentliches Profil.

Zu den engagierten Persönlichkeiten zählten Irma Schwager, Alfred Gusenbauer, Adalbert Krims, Helmut Kramer, Peter Kreisky, Christa Esterházy, Helmut Opletal and Emanuel J. Ringhoffer.

1998–2022 Bilateraler Dialog

Von der Solidarität zu langfristigen bilateralen Beziehungen

1998 übernahm der ehemalige österreichische Außenminister Dr. Peter Jankowitsch die Präsidentschaft der Gesellschaft. Seine Präsidentschaft markierte den Beginn einer neuen Phase, in der sich die Organisation zunehmend von einer Solidaritätsbewegung zu einer dauerhaften Plattform für den österreichisch-vietnamesischen Dialog und die bilaterale Zusammenarbeit entwickelte.

In dieser Zeit intensivierte die Gesellschaft ihre Beziehungen zu vietnamesischen Institutionen, Freundschaftsgesellschaften und diplomatischen Vertretungen. In den vergangenen Jahren entwickelte sich daraus auch eine enge Zusammenarbeit mit der Vietnam–Austria Friendship Association (VAFA).

Als aktives Mitglied des Dachverbands aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften – PaN (Partner of All Nations)wurde die GÖV Teil eines breiteren österreichischen Netzwerks für internationale Verständigung und für ihre Brückenarbeit mit dem PaN-Preis ausgezeichnet.

Über viele Jahre spielte Ingrid Rauch als Generalsekretärin eine wichtige Rolle. Sie prägte die operative Arbeit der Gesellschaft, koordinierte Projekte und sorgte für Kontinuität im kulturellen und bilateralen Austausch. Ingrid Rauch played an important role as Secretary General, shaping the Association’s operational activities, coordinating projects and maintaining the continuity of cultural and bilateral exchange.

2022 - Heute EINE NEUE GENERATION

Eine moderne Plattform für Zusammenarbeit

Ende 2022 trat die Gesellschaft in eine neue Phase ihrer Entwicklung und des Generationenwechsels ein. Der Südost- und Ostasienexperte Dr. Alfred Gerstl übernahm die Präsidentschaft, Markus Toyfl, MAS, MSc wurde Generalsekretär.

Der ehemalige Präsident BM a.D. Dr. Peter Jankowitsch Honorary Presidentwurde zum Ehrenpräsidenten ernannt und steht damit für die Kontinuität zwischen der langjährigen Tradition der Gesellschaft und ihrer neuen strategischen Ausrichtung.

Heute versteht sich die Austrian Vietnamese Association als moderne bilaterale Plattform, die Menschen, Institutionen und Organisationen beider Länder miteinander verbindet. Ihre Aktivitäten konzentrieren sich zunehmend auf drei Kernbereiche:

  • Wirtschaft – Förderung des wirtschaftlichen Dialogs, von Delegationen und institutionellen Kontakten sowie neuer Möglichkeiten für bilaterale Zusammenarbeit.
  • Wissenschaft & Bildung – Förderung des fachlichen Dialogs, des akademischen Austauschs, des Wissenstransfers und der Zusammenarbeit zwischen Institutionen.
  • Kultur – Schaffung von Sichtbarkeit, Begegnungen und neuen Möglichkeiten für den künstlerischen, literarischen und kulturellen Austausch zwischen Österreich und Vietnam.

Dieser Wandel spiegelt die Entwicklung der österreichisch-vietnamesischen Beziehungen wider: von der Solidarität der Nachkriegszeit und humanitärer Hilfe hin zu einer breit angelegten, zukunftsorientierten Partnerschaft, die Gesellschaft, Diplomatie, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft miteinander verbindet.

Führung im Wandel der Jahrzehnte

Kontinuität, Engagement und Generationenwechsel

Die Geschichte der Gesellschaft wurde von Menschen geprägt, die langjähriges Engagement für die österreichisch-vietnamesischen Beziehungen mit neuen Schwerpunkten und sich wandelnden Formen der Zusammenarbeit verbunden haben.

1975–1998

Gründungspräsidium

Prim. DDr. Georg Fuchs

Prof. Josef Hindels

Univ.-Doz. DDr. Johannes Dantine

Erste SekretärInnen:
Albert Hirsch · Annie Friedler

1998–2022

Präsident

BM a.D. Dr. Peter Jankowitsch

Generalsekretär

Ingrid Rauch

Since 2022

Präsident

Dr. Alfred Gerstl

Generalsekretär

Markus Toyfl, MAS, MSc

EhrenpräsidentInnen

Würdigung außergewöhnlichen Engagements

Irma Schwager langjährige Ehrenpräsidentin
Christa Esterházy ernannt 2018
Dr. Peter Jankowitsch ernannt 2022

Von Solidarität zu Partnerschaft

Die Rolle der Austrian Vietnamese Association hat sich seit 1975 grundlegend gewandelt. Ihr Leitgedanke ist jedoch derselbe geblieben: Menschen zusammenzubringen, gegenseitiges Verständnis zu stärken und dauerhafte Verbindungen zwischen Österreich und Vietnam zu schaffen.